Die Grotten in Sirmione

Die Grotten in Sirmione

Im Norden der Halbinsel von Sirmione befinden sich die Überreste einer römischen Villa, bekannt als "Grotte di Catullo" (Grotten des Catull). Eingebettet in ein atemberaubendes Panorama, handelt es sich bei der Villa um den größten erhaltenen, privaten Herrschaftssitz in Norditalien.Die Grotten des Catull wurden im 1. Jahrhundert nach Christus am Südufer des Gardasees auf den Überresten von Gebäuden aus vorchristlicher Zeit errichtet. Die Bezeichnung "Grotto" stammt aus Zeiten, in denen die Überreste des Gebäudes bereits dem Verfall preisgegeben waren - in der Renaissance wurden Ruinen, die von Pflanzen und der Vegetation überwuchert worden waren, als "Grotte" bezeichnet. Die Grotte di Catullo gilt als größte und besterhaltene römische Villa in Norditalien. Überlieferungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert zufolge handelte es sich um die Villa der Familie des römischen Dichters Catullus. Seine Verse lassen vermuten, dass er ein großes, luxuriöses Anwesen in Sirmione, einer Ortschaft am Südufer des Gardasees, besaß. Damals gehörte Sirmione zum römischen Landgebiet um Verona.

Die erste detailreiche, bildliche Darstellung der Ruine der Villa ist ein Relief aus dem 19. Jahrhundert. Sie trat zutage, als Girolamo Orti Manara erste archäologische Untersuchungen beziehungsweise Ausgrabungen der Fundstelle durchführte. Seine Ergebnisse wurden in einem Werk, das bis heute als grundlegend gilt, veröffentlicht. Die Grabungen wurden 1939-40, die Restaurierung 1948 eröffnet. Jüngste Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Villa das Ergebnis eines einmaligen Entwurfs ist, der die Bebauung älterer Gebäudeüberreste beinhaltete.

Er bestimmte nicht nur die Ausrichtung, sondern auch die Unterteilung der Innenräume. Der Grundriss der Villa ist 167 Meter lang und 105 Meter breit. Um die Neigung des Felsuntergrundes, auf dem die Villa errichtet wurde, auszugleichen, wurden beeindruckend große Bauräume errichtet; an anderen Stellen wurde der Fels mehr oder weniger großflächig entfernt. Die heute noch sichtbaren Überreste des Gebäudes befinden sich auf verschiedenen Ebenen: Während im Nordsektor nur noch die Unterbauten zu sehen sind, ist von den Wohnräumen nichts mehr vorhanden. Heute geht man davon aus, dass der Haupteingang auf der Südseite lag, wo sich auch die Badeanlagen befunden haben müssen. Die Längsseiten der Villa waren mit Veranden ausgestattet.

​Auf der Nordseite bot eine Panoramaterrasse einen Blick auf den Gardasee. Rechts vom Eingang der Anlage befindet sich das sogenannte Antiquarium, das eingerichtet wurde, um Funde aus vor- und nachrömischer Zeit aufzubewahren und auszustellen. Hier findet sich auch ein Dichterporträt, das als Bildnis des Catull angesehen wird.