Die gute Zitronen des Gardasees

Die gute Zitronen des Gardasees

Schon im frühen Mittelalter fand die Zitrone, oder auch Limone genannt, ihren Weg aus arabischen Ländern durch Seefahrer nach Europa. Es gibt Hinweise darauf, dass bereits im 10. Jahrhundert die Früchte auf Sizilien angebaut wurden. Im 13. Jahrhundert brachten Mönche die Zitronen auch gen Norden zum Gardasee. Eine ganz besondere Bedeutung erfuhr die gelbe Zitruspflanze unter der Familie der Medici Ende des 16. Jahrhunderts, die es als eine Lebensaufgabe sahen, immer neue Sorten zu züchten und zu verbreiten.

Der Gardasee und seine Zitronen
Im Jahre 1483 sprach Marin Sanudo von der üppigen Pflanzenpracht entlang des Ufers des Gardasees und bezeichnete sie als "zardini de zedri, naranzari et pomi damo", was soviel bedeutet wie "Gärten mit Zitronen, Apfelsinen und Äpfeln". Der Gardasee bietet einfach perfekte Voraussetzungen zur Kultivierung eines Zitronenhains, den sogenannten Limonaia, die im Dialekt auch "sardi" bezeichnet werden. Denn man benötigt die Nähe des Sees, das frische Wasser eines Wildbaches und besonders auch ein Tal, das die empfindlichen Pflanzen vor Wind und Wetter schützt. Schon im 16. Jahrhundert gab es festgelegte Regeln, wie der Aufbau einer Zitronenplantage aussehen soll. Dabei wurde zum Beispiel der Raumbedarf festgesetzt, den eine Pflanze für sich beanspruchen sollte, wie die Zitronen bei der Ernte in den Säcken gelagert werden müssen und ebenso, dass die Ernte und das Versiegeln der Plantage am 25. November, am Namenstag der Heiligen Katharina beendet sein muss.

Die Ortschaften, die man am meisten mit dem Zitronenanbau in Verbindung bringt, sind Limone (wie der Name vermuten lässt, aber ursprünglich sich von "Limes" ableitet), Gargnano und Riva del Garda. Schon früh versuchte man über den Seeweg die Zitronen ab Limone an die anderen Ortschaften des Gardasees zu liefern. Dies war immer dann möglich, wenn der Ora, der Südwind um die Mittagszeit, einsetzte. Unabhängig von Wind und Wetter wurde man ab 1929, als die westliche Straße entlang des Seeufers begonnen wurde, die Gardesana occidentale und zwei Jahre später wurden auch die drei oben genannten Ortschaften durch eine Straße verbunden.

Wer seinen Urlaub am Gardasee verbringt und sich den frischen Geschmack der sonnengereiften Früchte mit nach Hause nehmen möchte, der findet eine Vielzahl an leckeren Likören.