Vittoriale degli Italiani – Wohnsitz und Museum des Gabriele d’Annunzio

 Vittoriale degli Italiani – Wohnsitz und Museum des Gabriele d’Annunzio

Bis heute bekannt und berühmt ist der Vittoriale degli Italiani, der mehrere Hektar große Museumskomplex in Gardone Riviera am westlichen Ufer des Gardasees. Hier lebte und arbeitete der Schriftsteller Gabriele d`Annunzio von 1921 bis zu seinem Tode im Jahre 1938.

Das zunächst gemietete Anwesen erwarb d`Annunzio im Oktober 1921 und ließ durch den Architekten Giancarlo Maroni  umfangreiche Umbauten durchführen. Die Villa als Hauptgebäude wurde von ihm „Prioria“ getauft, während ein Teil des Gartens mit einer Anzahl von Gedenksäulen und Statuen von ihm selbst den Namen „Vittoriale“ erhielt, der nun bis heute das gesamte Gelände bezeichnet.

Die großen militärischen Ausstellungsstücke ließ d`Annunzio in den folgenden Jahren unter erheblichem Aufwand herbeischaffen: Ein Flugzeug, das er selbst nach Wien geflogen hat, ein Torpedoboot, das Vorschiff des Kreuzers „Puglia“ sowie ein Wasserflugzeug des Typs S 16.

In den weiteren Jahren des Lebens d`Annunzios folgten ständig Erweiterungen und Umbauten, die letztendlich erst weit nach seinem Tod im Jahre 1938 mit der Fertigstellung des Kriegsmuseums im Juli 2001 abgeschlossen werden konnte. Schon zu Lebzeiten hat der Dichter das von ihm maßgeblich gestaltete Gelände dem italienischen Staat vermacht. Dieser sorgte tatsächlich dafür, dass der Wunsch, das Anwesen möge weiterleben, bis heute erfüllt werden kann.

Der 1939 vom Architekten Maroni entworfene Plan für ein Mausoleum konnte erst 1955 verwirklicht werden. Der Sarkophag d`Annunzios ruht hier auf vier Säulen im Zentrum des Mausoleums. Im Stile etruskischer Grabmäler wurde ein Monument aus drei konzentrischen Steinrampen erbaut. Um d`Annunzios Sarkophag herum sind 10 weitere Sarkophage mit den Skeletten der „Demütigen, Künstler und Helden“ arrangiert.

Das Kriegsmuseum beherbergt neben vielfältigen Zeitdokumenten und Exponaten vor allem das an der Decke hängende Flugzeug des Typs SVA. Mit diesem ist d`Annunzio gegen Ende des I. Weltkriegs nach Wien geflogen, um dort Flugblätter abzuwerfen; auch den Rückflug schaffte er unversehrt.

Das Freilichttheater, das ebenfalls erst weit nach d`Annunzios Tod entstehen konnte, lehnt sich an den Aufbau klassischer römischer Amphitheater an. Dieses im Jahre 1953 fertiggestellte Bauwerk mit seinen 1.500 Plätzen wird auch heute noch für vielseitige Veranstaltungen von klassischer Musik über Theater und Ballett bis hin zu Rockkonzerten und Jazzveranstaltungen genutzt. Das bietet Unterhaltung für die Italiener, aber natürlich auch für die Hunderttausende Besucher aus vielen Ländern, gerade im Sommer.